Letzte Woche tauchte bei unserem Studiengang die Idee auf, Paintball spielen zu gehen und ich wurde gefragt, ob ich mitmachen will. Im Grunde ist es sowas wie ein Extremsport, zu dem ich mir verpasst habe jemals eine Meinung zu bilden. Mir schien es in Richtung Kriegverherrlichung/Militarismus zu gehen, also war ich erst einmal skeptisch und habe abgesagt. Vor knapp 2 Jahren habe ich ja etwas für den Zivildienst unterschrieben, das besagt dass ich Waffengewalt ablehne. Nach einigen Überzeugungsversuchen seitens meiner Kollegen habe ich mir dann die Sache aber doch durch die Kopf gehen lassen, und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es zumindest ausprobieren sollte. Denn wie bei Computerspielen wird oft behauptet, dass Paintball gewalttätig macht, Krieg verherrlicht und Schuld an allem Bösen auf dieser Welt ist. Nur taucht das Thema nicht ganz so oft in den Medien auf. Wenn ich also dazu stehen will Computerspiele zu spielen, sollte ich nichts gegen Paintball haben.
Also fuhren wir am Donnerstagabend zu vier zehnt zur Indoor-Halle von Basefield in Linz, wo wir gespannt und auch irgendwie nervös die Ausrüstung anzogen. Was, wenn es wirklich weh tut? Ist die Hose nicht etwas dünn? Beim ersten Besichtigen der Halle wird klar, wie eingeschränkt das Sichtfeld mit dem Helm & Skibrille eigentlich ist. Die Markierer, die bewusst nicht als Waffen bezeichnet werden aber dennoch ausschauen wie ein Hybrid aus Maschinenpistole und Wasserpistole, werden ausgeteilt und Sicherheitsvorschriften erklärt. Gut zu wissen ist auch, dass sich die Paintballhalle von Kriegsverherrlichung distanziert.
Gleich geht es los. Zwei Teams, Deathmatch. Sind alle abgeschossen, ist die Runde vorbei. Es gibt zwei Basiscamps, Deckungsmöglichkeiten und unterirdische Wege. Jeder schon mal einen Kriegsfilm gesehen hat oder einen Shooter gespielt hat, kennt die Regeln und Techniken. Dann leuchtet die grüne Lampe und die Runde beginnt. Alle rennen aus der Basis raus und gehen in Deckung. Anfangs ist man noch mutig und rennt gleich nach vorne, schleicht durch die Gänge und sucht Gegner. Ein paar Runden lang werde ich nicht wirklich getroffen sondern bekomme nur Farbspritzer ab. Glaubt man getroffen zu sein, hebt man die Hand und entfernt sich vom Spielfeld. Erwischt man jemanden, geht man sicher getroffen zu haben und schießt dann nicht weiter. Man kann sich denken, dass es wehtut. Bis man es dann weiß wenn man selber getroffen wird, und das ist unvermeidlich.
Insgesamt habe ich Treffer auf die Brust, rechter Ringfinger, Hüfte, linkes Bein, Leistengegend und Hintern abgekriegt. Das tut im ersten Moment ziemlich weh, brennt und man zieht sich jammernd zurück. Man merkt wie riskant es ist den Gegner auf kurze Distanz zu konfrontieren und fängt an sich mehr in Deckung aufzuhalten. Doch dann wird man von hinten überrascht und beschließt, einfach aufmerksamer und nicht nur vorsichtig zu sein. Herumwälzen am Boden und in Deckung springen ist zwar sinnvoll um nicht getroffen zu werden, sorgt aber für zusätzliche blaue Flecken und Muskelkater in den darauf folgenden Tagen. Man kann sich vor dem Spiel gar nicht vorstellen, wie anstrengend Paintball eigentlich ist! Es ist als ob man in Skikleidung herumrennt und eine Gasflasche herumschleppen muss. Noch dazu sieht man wiegesagt sehr wenig.
Die Zeit vergeht wie im Flug und nach einigen Runden „Capture the Donkey“ ist es dann auch vorbei. Zwischendurch wurden zwar immer wieder Pausen gemacht, aber jetzt kann man sich umziehen und die Verletzungen begutachten. Es hat Spaß gemacht, war total spannend aber schmerzhaft. Ich muss ganz ehrlich sagen, der Schmerz macht es für mich nicht unbedingt attraktiv. Man könnte sich meiner Meinung nach auch mehr auf die Taktik konzentrieren und müsste nicht so sehr unter einem Beschuss leiden. Ja, nennt mich ruhig ein Weichei
Ich war aber dabei und habe wie jeder andere Treffer eingesteckt. Wahrscheinlich würde ich auch wieder mitspielen, aber es ist nicht etwas was ich regelmäßig als Hobby machen würde. Da sind Multplayer-Games viel mehr nach meinem Geschmack