(Un)vollkommenenes Windows: Richtig aufsetzen

Update 16.05.2008: Einen wich­ti­gen Hin­weis zum Administrator-Passwort hinzugefügt.

Es geht wei­ter in der Serie, nicht nur weil ich jetzt end­lich meine Blue­screens los­ge­wor­den bin. Eigent­lich wollte ich meine eigene Neu­in­stal­la­tion Live-Bloggen, aber die Instal­la­tion mei­nes Sys­tems liegt inzwi­schen schon wie­der meh­rere Wochen, wenn nicht gar Monate zurück. Aber das hole ich schon wie­der auf.

Was ich noch ver­ges­sen habe zu erwäh­nen: Es bezieht sich hier alles auf ein eng­li­sches Win­dows XP. Ich wehre mich zum ers­ten Mal gegen die neu­este Ver­sion, zumin­dest jetzt noch. XP hat sich bewährt und funk­tio­niert in man­cher Bezie­hung bes­ser. Eng­lisch des­halb, weil es für mich immer die Spra­che des Com­pu­ters war und dies die wesent­li­che Moti­va­tion für mich war, sie über­haupt zu ler­nen. Deut­sche Betriebs­sys­teme sind für mich unter­be­wusst noch ein Wider­spruch in sich.

Das per­fekte Neuaufsetzen

Ich will jetzt nicht die gesamte Windows-Installation Schritt für Schritt durch­ge­hen, son­dern nur ein paar wich­tige Tipps geben. Prin­zi­pi­ell sollte man die Anwei­sun­gen lesen und Ent­schei­dun­gen tref­fen, denn dafür sind sie da.

  • Um ins Setup zu kom­men, muss man von der Windows-CD boo­ten. Beim Boot­vor­gang wird man meist gefragt, ob man das tun will oder nicht. Erscheint diese Mel­dung nicht, muss sie im BIOS akti­viert wer­den. Dort kommt man hin, indem man Entf kurz nach dem Start des PCs (am bes­ten mehr­mals) drückt. Man muss nicht Angst haben, etwas kaputt zu machen, denn alle Ein­stel­lun­gen las­sen sich auf den Stan­dard zurück­set­zen. Man sucht nun die Ein­stel­lung für die Boot­rei­hen­folge und setzt das CD-ROM Lauf­werk vor die Festplatte.
  • Ich instal­liere Win­dows vor­sichts­hal­ber immer mit aus­ge­steck­tem LAN-Kabel. Bevor ich ins Inter­net gehe, sollte man eine Fire­wall instal­liert haben. Frü­her war es zwar gefähr­li­cher (< SP2), aber jetzt ist es immer noch sinn­voll vor­sich­tig zu sein.
  • Wenn das Setup nach der Ziel­par­ti­tion für die Instal­la­tion fragt, löschen wir nun unsere bis­he­rige Windows-Partition. Natür­lich müs­sen wir uns sicher sein, dass alle wich­ti­gen Daten im letz­ten Schritt gesi­chert wur­den. Bestä­ti­gen, dass man wirk­lich das alte Win­dows löschen will. Die Par­ti­tion neu for­ma­tie­ren mit „NTFS (Quick)“. Diese Option ist ein­fach die schnellste und hat bei mir immer gut funk­tio­niert. FAT ist ver­al­tet und die andere Option ist ein­fach langsamer.
  • Im Laufe des Set­ups wird u.a. nach Sprach­ein­stel­lun­gen gefragt. Hier gleich das eigene Land und die Spra­che wäh­len. Alle Tabs und Dia­loge durch­ge­hen und sicher gehen, dass für die Tas­ter­tur nur die deut­sche Kon­fi­gu­ra­tion vor­han­den ist. Sonst muss man das nach­träg­lich noch korrigieren.
  • Ein wich­ti­ger Hin­weis zum Erstel­len des Administrator-Passworts: Die­ses wird spä­ter benö­tigt um bei Pro­ble­men in die Reco­very Con­sole des Sys­tems ein­log­gen zu kön­nen! Ent­we­der man schreibt sich das ange­ge­bene Pass­wort auf und bewahrt es mit der Windows-CD auf, oder man lässt das Feld ein­fach leer. Wenn man eh schon ernste Pro­bleme hat, ins Sys­tem zu kom­men, ist es nur noch ärger­li­cher, wenn man die­ses Pass­wort nicht mehr weiß.

Die per­fekte Konfiguration

Ist man irgend­wann wie­der im Win­dows, sollte man sicher gehen dass alles funk­tio­niert. Hier habe ich mir fol­gende Rei­hen­folge angewöhnt:

  • Zu Start > Set­tings > Con­trol Panel > Sys­tem > Hard­ware > Device Mana­ger gehen und nach Gerä­ten mit einem gel­ben Kreis mit Ruf­zei­chen Aus­schau hal­ten. Diese brau­chen Trei­ber um funk­tio­nie­ren zu kön­nen. Im Backup haben wir bes­ten­falls aktu­elle Trei­ber her­un­ter gela­den, diese kön­nen wir nun instal­lie­ren. Typi­scher­weise brau­chen wir wel­che für Gra­fik­karte, Soundchip/karte, Main­board & Netz­werk­con­trol­ler. Bei die­sen Instal­la­tio­nen wer­den manch­mal Tools dazu instal­liert, die man eigent­lich gar nicht benö­tigt. Dar­über nach­den­ken ob man sie wirk­lich braucht. Es reicht erst einen Neu­start zu machen, nach­dem man alle Instal­la­tio­nen durch­ge­macht hat. Also erst bei der letz­ten die Option „reboot now“ auswählen.
  • Beim nächs­ten Start gleich wie­der schauen, ob es noch Geräte gibt die Trei­ber benö­ti­gen. Wenn nicht, tes­ten ob alles funk­tio­niert. Nach der Instal­la­tion der Gra­fik­trei­ber kann man nun z.B. die rich­tige Bild­schirm­auf­lö­sung ein­stel­len, man sollte Audi­o­da­teien hören kön­nen, Ein­ga­be­ge­räte kor­rekt rea­gie­ren etc. Bevor wir jedoch alles kon­fi­gu­rie­ren, kommt zuerst der nächste wich­tige Punkt:
  • Anti­vi­rus– & Fire­wall­pro­gramme sind heut­zu­tage nicht mehr weg­zu­den­ken und jeder der noch immer keine ver­wen­det, geht ein gro­ßes Sicher­heits­ri­siko ein. Des­halb haben wir bis­her noch kein Ethernet-Kabel ange­steckt. Die Wahl des rich­ti­gen Pro­gram­mes ist indi­vi­du­ell, es gibt viel Aus­wahl und ver­schie­dene Pakete, teils auch mit bei­den Kom­po­nen­ten bereits kom­bi­niert. Man muss ein­fach nach­le­sen, was am bes­ten bei Tests abschnei­det und dann je nach Preis ent­schei­den. Jetzt müs­sen wir diese Pro­gramme instal­lie­ren, im Ide­al­fall haben wir die Set­ups auf CD-ROM oder sonst­wie griff­be­reit. Wenn nicht, müs­sen wir kurz fast unge­si­chert ins Inter­net, direkt zur Her­stel­ler­seite und sie her­un­ter­la­den. Die Win­dows Fire­wall sollte für diese kurze Zeit auch rei­chen. Ich werde noch über das per­fekte Setup schrei­ben, für jetzt soll­ten wir beach­ten, die Instal­la­ti­ons­schritte durch­zu­le­sen (außer die Lizenz­be­din­gun­gen) und über­legt bei Optio­nen zu ent­schei­den. Wir instal­lie­ren nur das, was wir wirk­lich brau­chen. Meis­tens wol­len Anti­vi­rus­pro­gramme nach der Instal­la­tion ein Update her­un­ter­la­den und die Fest­platte zum ers­ten mal nach Viren durch­su­chen. Jetzt kön­nen wir das Ether­net­ka­bel ein­ste­cken und wenn wir Zugriff auf das Inter­net haben, fort­fah­ren. Pro­blem­be­hand­lung bei nicht­funk­tio­nie­ren­der Inter­net­ver­bin­dung ist ein ande­res Thema. Noch ein Tipp: Wenn man jetzt ganz am Anfang sein Sys­tem scannt, sind noch am wenigs­ten Daten vor­han­den und es geht am schnells­ten. So ver­schwin­den auch ner­vige Mel­dun­gen, dass man doch end­lich scan­nen soll.
  • Win­dows Update ist unser nächs­ter Schritt, auch der Sicher­heit hal­ber. Man sollte jetzt alle kri­ti­schen Updates her­un­ter­la­den, und in Zukunft ent­we­der regel­mä­ßig auf die Web­site schauen oder die Auto­ma­tic Updates im Con­trol Panel unter Sys­tem ein­schal­ten. Es gibt hier meh­rere Stu­fen, man kann z.B. aus­wäh­len dass man nur benach­rich­tigt wird wenn es etwas Neues gibt und dann bei Bestä­ti­gung die­ses Update down­loa­den (meine Wahl). Sind alle Update instal­liert, ist mal wie­der ein Neu­start ange­sagt. Wer auch den neuen Inter­net Explo­rer bzw. Win­dows Media Player aus­ge­wählt hat, muss viel­leicht auch noch­mal neu­star­ten. Manch­mal gibt es Pro­bleme, wenn Win­dows Update nicht in der Lage ist die Windows-Installation als „genuine“, also legal erwor­ben zu iden­ti­fi­zie­ren, auch wenn sie es ist. Dafür gibt es eigene Lösungs­be­schrei­bun­gen, ich finde gerade nicht eine kon­krete Seite aber Google hilft immer. Hier noch Link zu Micro­soft.
  • Die­sen Schritt mag ich immer am liebs­ten. Man hat nun sein kah­les, lee­res und frisch instal­lier­tes Win­dows und kann es anfan­gen nach belie­ben kon­fi­gu­rie­ren. Es gibt hier mehr Optio­nen als viele viel­leicht rea­li­sie­ren. Ange­fan­gen von der Optik (Rechts­klick am Desk­top > Pro­per­ties), über die Orga­ni­sa­tion der Tas­kleiste (wie­der Rechts­klick dar­auf und auf Pro­per­ties), Anzei­ge­op­tio­nen des Explo­rers (einen Ord­ner öffnen und dann im Menü auf Tools > Fol­der Opti­ons) bis hin zu den System-weiten und tie­fer gehen­den Ein­stel­lun­gen im Con­trol Panel (Sys­tem ist eine der ers­ten Etap­pen bei mir). Man kann hier ein­fach mal herum pro­bie­ren, mit der Zeit lernt man wel­che Ein­stel­lun­gen man gerne hat. Ich stelle diese Dinge inzwi­schen schon wie im Schlaf ein und weiß schon genau, wie ich mein Sys­tem ein­rich­ten will. Es gibt auch viele ver­steckte Fea­tures, zu viele um hier dar­auf ein­zu­ge­hen. Zum Bei­spiel die Icons am Desk­top ver­ste­cken mit Rechts­klick > Arrange Icons By > Show Desk­top Icons. Oder im Explo­rer sowohl ver­steckte Sys­temda­teien als auch Datei­en­dun­gen anzu­zei­gen (Fol­der Opti­ons > View). Wich­tig ist mir per­sön­lich auch, unter Con­trol Panel > Sys­tem das Sys­tem Res­tore & Remote Desk­top aus­zu­schal­ten. Ein­fach die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten aus­pro­bie­ren, oder goo­geln was sie machen. Im End­ef­fekt kann man dann in einer kom­for­ta­bler Umge­bung arbeiten.

Nächs­tes Mal geht es wei­ter mit Pro­gramm­in­stal­la­tio­nen, ein gro­ßes Kapi­tel und mei­ner Mei­nung nach unbe­dingt not­wen­dig. Ich sehe viel zu oft, wie Leute ein­fach blind mehr­mals auf Next kli­cken, ohne wahr­zu­neh­men was das Setup für Optio­nen und Infor­ma­tio­nen gibt, die wich­tig gewe­sen wären.

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2 Antworten auf (Un)vollkommenenes Windows: Richtig aufsetzen

  1. PeterTheOne sagt:

    Super beschrie­ben, freu mich auch schon auf die nächs­ten Bei­träge… du musst unbe­dingt die ICQ Instal­la­tion als bei­spiel neh­men! :D

    Ich hab gehört das einige Leute nach dei­nem letz­ten schritt eine Art von Backup machen, dass sie dann immer wie wie­der­her­stel­len kön­nen.. vll. kannst du dich noch dazu infor­mie­ren und noch dazu schreiben…

    aber sonst alles drin was man braucht!

  2. StevyGee sagt:

    Mach ich, es wird eh längst Zeit ein paar Bil­der und kon­krete Bei­spiele in die Serie rein zu brin­gen ;)

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