Neu hier: Beobachtungen

Hier ein paar zusam­men­hangs­lose Beob­ach­tun­gen mei­ner neuen Umge­bung und über mich :) Lei­der keine Fotos, bald gibt’s hof­fent­lich mehr. Fehlt mir eher an Zeit als an Inhalten…

Spra­che

Als ich 2000 nach Öster­reich zurück gekehrt bin, habe ich mich — vom deut­schen Fern­se­hen geprägt — mit „wie­dersehen“ ver­ab­schie­det. Doch mit der Zeit hat sich bei mir das urös­ter­rei­chi­sche „wie­da­schaun“ ein­ge­bür­gert. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis ich hier in Deutsch­land wie­der zurück wechsle und mich somit dem regio­na­len Sprach­ge­brach anpasse. Aber keine Angst, ich werde das Wort wohl kaum wie­der nach Öster­reich mit­neh­men… Ich passe mich sprach­lich immer der Umge­bung an: Glaub ich spre­che im Groß­raum Wien anders als in Kla­gen­furt und wie­derum anders als in Hagen­berg. Somit ist Frank­furt ein neues sprach­li­ches Uni­ver­sum wo sich statt „Mahl­zeit!“ das gebräuch­li­che „n’Guten“ durch­ge­setzt hat. Hab auch neue Worte gelernt, z.B. „Äbble“, was ich im Kon­text gleich ver­stan­den habe. Andere Worte musste ich mir erst erklä­ren las­sen, mir fällt da jetzt aber kein Bei­spiel mehr ein. Ist aber immer lus­tig, wenn im leicht ver­ständ­li­chen Hoch­deutsch plötz­lich was frem­des auf­taucht ;) Den Leu­ten hier muss es ähnlich gehen, wenn ich mit mei­nen Aus­tria­zis­men daher komme…

Öffis

Bin ja meis­tens mit der S-Bahn unter­wegs, viele lang­wei­lige Minu­ten täg­lich. Mor­gens nutze ich die Zeit um mein Früh­stück — ein „Bröt­chen mit Schin­ken und Käse“ vom „Wie­ner Fein­bä­cker“ (dort kennt man mich bereits) — zu ver­drü­cken. Damit bin ich genau fer­tig, wenn ich in der Ost­end­straße aus­stei­gen muss und am Gestank vor der Roll­streppe vor­bei muss. Jede der Roll­trep­pen funk­tio­niert zu 50% der Zeit, die Din­ger gehen stän­dig kaputt. Es ist sel­ten, dass an einem Tag alle funk­tio­nie­ren, an denen ich vor­bei komme. In Sim­City müsste man ein­fach das Ver­kehrs­bud­get erhö­hen, dann hätte man das Pro­blem gar nicht erst. Aber sie quiet­schen auch wie Sau und wir­ken nicht beson­ders sta­bil, also viel­leicht liegts an der Kon­struk­tion? Egal. Wei­ter geht’s mit der Stra­ßen­bahn, die ist immer recht flott unter­wegs und spart nicht mit der Beschleu­ni­gung. Ich stehe dort lie­ber, weil ich sowieso den gan­zen Tag sitze. Da heißt es Gleich­ge­wicht hal­ten, beson­ders wenn ich am iPod ein Video schaue. Das tötet zwar die Zeit, hat mich aber auch schon meine Hal­te­stelle ver­pas­sen las­sen und geht nur mit Unter­bre­chun­gen. An der unter­ir­di­schen Hal­te­stelle Ost­end­straße ist es unmög­lich, wäh­rend dem War­ten ein Video zu schauen. Alle paar Minu­ten fährt eine S-Bahn ein und wird auch laut­stark und detail­reich ange­sagt. „Fährt jetzt ein“ heißt in 2 Minu­ten, in die­ser Zeit ist es leise genug, außer in der Gegen­rich­tung fährt gerade ein Zug ein.

Post

Als über­zeug­ter Nut­zer von Online-Versandhäusern wie Ama­zon oder neu­er­dings wie­der Com­pu­ter­uni­verse ist es für mich wich­tig, leicht ein meine Post zu kom­men. Anders als im Stu­den­ten­heim gibt es kei­nen Por­tier, der die Sen­dun­gen ent­ge­gen nimmt, und auch die WG-Bewohner sind tags­über alle außer Haus. Also heißt es: Orange Zet­tel sam­meln und Sams­tags zwi­schen 9:00–13:00 zur Post­fi­liale, meine ein­zige Mög­lich­keit in der gan­zen Woche. Ver­passe ich sie, wird meine Post nach 10 Tagen zurück geschickt! Wäre ja kein Pro­blem, wenn es die nächste Post­fi­liale wäre, die nur 1 Block ent­fernt ist. Dort wer­den aber keine Briefe und Pakete auf­be­wahrt, son­dern nur im Finan­zie­rungs­zen­trum beim Haupt­bahn­hof. Habe schon oft genug die 30 Minu­ten Fuß­weg zurück gelegt; beson­ders ner­vig wenn was zurück geschickt wurde und man mit lee­ren Hän­den zurück geht. Glück­li­cher­weise hat die Deut­sche Post einen Ser­vice namens Pack­Sta­tion: Damit kann man sich Pakete an ein Art Post­fach schi­cken las­sen und jeder­zeit abho­len. Das funk­tio­niert wun­der­bar, denn ich komme am Rück­weg von der Arbeit dort vor­bei und kriege über SMS Bescheid, wenn etwas neues gekom­men ist. Lei­der löst es aber noch nicht das Pro­blem von ein­ge­schrie­be­nen Brie­fen, die eigen­hän­dig ent­ge­gen genom­men wer­den müssen.

Zuletzt noch ein Tipp: Nie, nie­mals bei einem Dritt­händ­ler über Ama­zon was bestel­len. Hab ver­se­hent­lich was aus Eng­land bestellt. Die meis­ten eBay Nut­zer sind zuver­läs­si­ger. Nur „Ver­sand durch Ama­zon“ geht wei­ter­hin problemlos.

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4 Antworten auf Neu hier: Beobachtungen

  1. Oliver sagt:

    Tol­ler Blog-Beitrag! Mit den gan­zen schö­nen Details fällt es mir jetzt schon leich­ter mir dei­nen Arbeits­all­tag in der Fremde vor­stel­len zu können :-)

  2. gloria sagt:

    Das find ich auch– da erfährt mei­ner­ei­ner mal wie­der was aus der gro­ßen wei­ten Welt;)
    Hast du dir ausgerechnet,wie viel Zeit du in Öffis und so ver­bringst? Bei mir warens etwa 24 h in der Woche(!!!!) als ich in Wien war– man muss aber dazu sagen,dass ich jede Woche heim und wie­der raus gefah­ren bin, also 16 h allein für die Öffis in Wien.Tja…böh!
    Ich kann Bahn­höfe nicht mehr sehen;)

    Das was du da beschrie­ben hast, dass du dich sprach­lich auto­ma­tisch an die Umge­bung angleichst, das kommt mir bekannt vor– ich mein, ein biss­chen tut das sicher jeder,aber mir pas­siert das auch immer, selbst bei kras­sen Dialekten;)

  3. StevyGee sagt:

    Hab mir dies­mal nicht so viel Mühe gege­ben beim schrei­ben, nächs­tes Mal solls bes­ser wer­den. Freut mich dass es trotz­dem Anklang fin­det :)

    @Gloria:
    Oh Mann, ich sollt mich gar nicht beschwe­ren, 24h sind ja irre. Ich fahr täg­lich 22 Min ohne Fuß­weg in eine Rich­tung, das sind dann 3,66h in der Woche. Also echt nicht so wild, außer die S-Bahn hat so wie letz­tens eine halbe Stunde Ver­spä­tung. Würd ich jedes Wochen­ende mit dem Zug nach Kla­gen­furt fah­ren, wäre das in eine Rich­tung 8-10h. Somit würd ich dir mit fast 22h ins­ge­samt Kon­kur­renz machen ;)

  4. gloria sagt:

    Jah;) aber so ver­rückt bist du nicht;)

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