Der lange Weg zur eigenen WG

Die Idee kam mir irgend­wann im Früh­ling… Wie­der aus­zie­hen, eine eigene WG grün­den. Das Stu­dium bei Ani­ma­ti­onMen­tor hatte gerade erst begon­nen und ich war mit mei­ner Wohn­si­tua­tion — wie­der woh­nen bei den Eltern — ziem­lich unzu­frie­den. Es gab einige Pro­bleme: Die Zim­mer­ein­tei­lung war schon seit Jah­ren gleich sub­op­ti­mal geblie­ben, das Bett viel zu gut von Tages­licht geschützt. Viele Vor­mit­tage hab ich ein­fach ver­schla­fen, was frus­trierte. Dann der auf­ge­zwun­gene Tages­ab­lauf, der ein­fach nicht mei­ner war und mir immer wie­der in die Quere kam. Nach ver­zwei­fel­ten Ver­su­chen, die Situa­tion gering­fü­gig zu ver­bes­sern, wurde dann die Ent­schei­dung gefällt.

Doch bis zum Umzug in eine eigene Woh­nung war es noch ein lan­ger Weg… Zu einer WG gehö­ren nun mal meh­rere Per­so­nen, also hab ich jeden gefragt, der in Frage kom­men würde. Nicht so ein­fach, denn ich wollte in mei­nem bekann­ten Umfeld in Kla­gen­furt blei­ben und viele Freunde waren aus­ge­wan­dert. Natür­lich hab ich auch über­legt nach Wien oder Graz zu gehen, aber Kärn­ten ist schön und der See so nah :) Von den Freun­den und Bekann­ten in Kla­gen­furt zeig­ten sich der Chris­tian und die Glo­ria inter­es­siert. Und so gin­gen wir auf Wohnungssuche…

Eine geeig­nete Woh­nung zu fin­den sollte viel Zeit in Anspruch neh­men. Am Anfang hat­ten wir noch keine Ahnung, wel­che Kri­te­rien für uns wich­tig waren. Mit der Zeit wuss­ten wir dann aber schon recht genau was wir suchen. Für eine WG braucht man kla­rer­weise getrennt begeh­bare Zim­mer (keine Durch­gangs­zim­mer) und einen Gemein­schafts­raum. Essen­ti­ell war die Platt­form willhaben.at, wo ich fast täg­lich nach neuen Ange­bo­ten Aus­schau gehal­ten habe. Ins­ge­samt haben wir 7 Woh­nun­gen besich­tigt. Die Liste der in Frage kom­men­den Woh­nun­gen war um ein viel­fa­ches län­ger. Gegen Ende fühlte ich mich schon fast selbst wie ein Mak­ler, denn es erin­nerte schon sehr an einen Vollzeit-Job!

Wir waren schon ziem­lich weit bei unse­rer Suche, woll­ten uns end­lich für eine Woh­nung ent­schei­den, als uns der Chris­tian abge­sprun­gen ist. Er war bis­her bei den Besich­ti­gun­gen eher skep­tisch gewe­sen und hatte andere — jedoch durch­aus ver­ein­ba­rende — Vor­stel­lun­gen was den Wohn­ort betrifft. Ihm wurde aber dann klar, dass er eigent­lich in sei­nem Haus am Berg durch­aus zufrie­den war ;) . Er hatte also gar kei­nen Bedarf nach einer WG, so lus­tig ihm die Idee auch vor kam. Wir nah­men ihm seine Ent­schei­dung nicht übel; zumin­dest war nun die Lage klar!

In die­ser Woche hiel­ten wir noch Aus­schau nach einem poten­ti­el­len 3. Mit­be­woh­ner (m/w). Bald rea­li­sier­ten wir, dass wir schon wie­der am herum tele­fo­nie­ren waren, dies­mal nicht um Ver­mie­ter und Mak­ler zu errei­chen, son­dern eben Mit­be­woh­ner… Und die Sache wurde noch ein­mal müh­sa­mer. Eigent­lich woll­ten wir ja eine WG, wo sich alle schon gut ken­nen. Warum also nicht eine 2er-WG? Finan­zi­ell sollte es sogar mehr Sinn machen, die geteilte Miete war nun deut­lich nied­ri­ger als bei 4-Zimmer Woh­nun­gen. In einem letz­ten Anlauf schau­ten wir uns 3-Zimmer Woh­nun­gen an.

Nach ins­ge­samt 2-monatiger Woh­nungs­su­che besich­tig­ten wir eine Woh­nung direkt im glei­chen Haus, wo wir jeden Diens­tag zum Ölma­len ins Ate­lier gehen. Ein Alt­bau, zwar mit nur 2 Zim­mern, aber einer gro­ßen neuen Wohn­kü­che und hoher Decke. Die Glo­ria war sowieso von der Idee ange­tan, im glei­chen Haus mit guten Bekann­ten und gleich über dem Ate­lier zu woh­nen. Ich musste mich noch an die Idee gewöh­nen, kein Wohn­zim­mer zu haben, aber die Woh­nung war schön und die Fens­ter nach Osten aus­ge­rich­tet: Per­fekt! Ver­trag­be­ginn wurde der 15. September.

Nach einem Kurz­ur­laub in Kroa­tien hatte ich schon eine sol­che Sehn­sucht zum Umzie­hen, dass ich bei der ers­ten Gele­gen­heit eine Matratze ins Zim­mer warf und die 1. Nacht in der neuen Woh­nung ver­brachte. Seit fast 2 Wochen wohne ich jetzt schon hier und bin rest­los zufrie­den! Seit ges­tern ist es schon sehr gemüt­lich möbliert und all meine Sachen haben Platz. Mor­gens um 7 werde ich ohne Wecker von der Sonne geweckt. Die Nähe zum Stadt­zen­trum ohne Lärm­be­läs­ti­gung ist was sehr fei­nes. Sein eige­nes Reich zu haben und trotz­dem nicht alleine zu woh­nen fühlt sich genau rich­tig an :)

Fotos von der ein­ge­rich­te­ten Woh­nung folgen!

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